Detaillierter Überblick über alle Mineralquellen in Mariánské Lázně: Kreuzquelle, Ferdinandquelle, Waldquelle, Rudolfsquelle und mehr. Mineralgehalt, Temperatur und Anwendung.
Ein einzigartiges Quellengebiet
Mariánské Lázně (Marienbad) liegt inmitten eines der quellenreichsten Gebiete Europas. Über 40 Mineralquellen treten hier auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche zutage — jede mit einer eigenen chemischen Signatur, Temperatur und therapeutischen Wirkung. Was dieses Quellgebiet besonders macht: Während die meisten Kurorte einen einzigen Quellentyp besitzen, bietet Marienbad eine erstaunliche Vielfalt an Mineralwässern, die ein breites Spektrum an Erkrankungen abdecken.
Die Quellen entspringen dem vulkanischen Untergrund des Slavkovský les (Kaiserwald). Regenwasser sickert in große Tiefen, wird dort mit Mineralien angereichert und steigt durch tektonische Verwerfungen wieder an die Oberfläche. Der Prozess dauert Tausende von Jahren — das Wasser, das heute aus den Quellen fließt, begann seine unterirdische Reise vor etwa 14.000 Jahren.
Allen Quellen gemein ist ein hoher Gehalt an natürlichem Kohlendioxid (CO₂), das den Mineralwässern ihren charakteristischen prickelnden Geschmack verleiht. Die Quellen unterscheiden sich jedoch erheblich in ihrem Mineralgehalt — manche sind eisenreich, andere natriumreich, wieder andere enthalten besonders viel Calcium oder Magnesium.
Kolonnadenquellen — Das Herz des Kurviertels
Die Quellen an der Hauptkolonnade und der Kreuzbrunnenkolonnade bilden das historische Zentrum des Kurbetriebs. Hier flanieren die Kurgäste mit ihren Trinkbechern und genießen die einzigartige Atmosphäre der neoklassizistischen Architektur.
Kreuzquelle (Křížový pramen)
Die Kreuzquelle ist die berühmteste und meistbesuchte Quelle Marienbads. Sie befindet sich in der prächtigen Kreuzbrunnenkolonnade, einem neobarocken Bauwerk aus dem Jahr 1912. Das Wasser der Kreuzquelle zeichnet sich durch einen besonders hohen CO₂-Gehalt und ein ausgewogenes Mineralprofil aus.
Temperatur: 7–10 °C
Mineralgehalt: ca. 5.500 mg/l (natriumsulfatisch-hydrogenkarbonatisch)
CO₂-Gehalt: ca. 2.800 mg/l — einer der höchsten Werte aller Quellen
Indikationen: Erkrankungen des Verdauungstrakts, Leber- und Gallenbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Diabetes
Geschmack: Leicht salzig-mineralisch mit deutlichem Prickeln
Karolinenquelle (Karolinin pramen)
Die Karolinenquelle liegt ebenfalls an der Hauptkolonnade und wird seit dem 19. Jahrhundert speziell für gynäkologische Erkrankungen empfohlen. Ihr Wasser enthält eine einzigartige Kombination von Mineralien, die sich positiv auf den Hormonhaushalt und entzündliche Erkrankungen des Urogenitaltrakts auswirken soll.
Temperatur: 8–10 °C
Mineralgehalt: ca. 4.200 mg/l (calcium-magnesiumreich)
Die Ambrosquelle ist eine der ältesten dokumentierten Quellen Marienbads und wurde bereits im 16. Jahrhundert erwähnt. Ihr Wasser wird vor allem bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt und ist für seinen milden, angenehmen Geschmack bekannt — was sie bei Kurgästen besonders beliebt macht.
Temperatur: 9–11 °C
Mineralgehalt: ca. 3.800 mg/l (hydrogenkarbonatisch-natriumreich)
Eingebettet in die weitläufigen Parkanlagen und Wälder rund um das Stadtzentrum befinden sich einige der traditionsreichsten Quellen Marienbads. Der Spaziergang zu diesen Quellen ist Teil der Therapie — die Kombination aus Bewegung, frischer Luft und Trinkkur verstärkt die heilende Wirkung.
Waldquelle (Lesní pramen)
Die Waldquelle befindet sich im Gebäude der Ensana Centrální Lázně (Zentralbäder), wo sie für Hotelgäste und die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Sie ist nach der Kreuzquelle die meistbesuchte Quelle.
Temperatur: 7–9 °C
Mineralgehalt: ca. 4.800 mg/l (eisenhaltig, sulfatisch)
Indikationen: Erkrankungen der oberen Atemwege, chronische Bronchitis, Asthma, allergische Erkrankungen
Besonderheit: Wird auch für Inhalationen verwendet
Marienquelle (Mariin pramen)
Die Marienquelle — Namensgeberin der Stadt — befindet sich etwas abseits des Zentrums in einer ruhigen Waldlichtung. Ihr Wasser ist besonders reich an gelösten Gasen und Mineralien und wird traditionell bei Atemwegserkrankungen empfohlen.
Temperatur: 8–10 °C
Mineralgehalt: ca. 5.100 mg/l (natriumhydrogenkarbonatisch, gasreich)
Indikationen: Atemwegserkrankungen, chronische Bronchitis, Asthma, Stärkung des Immunsystems
Besonderheit: Historisch die erste entdeckte Quelle Marienbads
Parkquellen — Zwischen Architektur und Natur
Entlang der Promenaden und in den Parkanlagen Marienbads finden sich weitere wichtige Quellen, die in kunstvollen Pavillons und Brunnenanlagen gefasst sind.
Ferdinandquelle (Ferdinandův pramen)
Die Ferdinandquelle ist eine der eisenreichsten Quellen Marienbads und wurde nach Kaiser Ferdinand I. benannt. Ihr rostbraun gefärbtes Wasser verrät den hohen Eisengehalt, der sie besonders wertvoll für Patienten mit Blutarmut macht.
Temperatur: 9–11 °C
Mineralgehalt: ca. 4.600 mg/l (stark eisenhaltig, hydrogenkarbonatisch)
Eisengehalt: ca. 20 mg/l — einer der höchsten natürlichen Eisenwerte in Europa
Indikationen: Eisenmangelanämie, Erschöpfungszustände, Rekonvaleszenz nach Operationen
Rudolfsquelle (Rudolfův pramen)
Die Rudolfsquelle wird seit dem 19. Jahrhundert gezielt bei Nieren- und Harnwegserkrankungen eingesetzt. Ihr Wasser hat eine leicht diuretische Wirkung und unterstützt die Durchspülung der Harnwege.
Temperatur: 7–9 °C
Mineralgehalt: ca. 3.600 mg/l (calciumreich, leicht diuretisch)
Wer die Mineralquellen Marienbads therapeutisch nutzen möchte, sollte einige wichtige Regeln beachten:
Ärztliche Beratung: Lassen Sie sich vor Beginn der Trinkkur von einem Kurarzt beraten. Er bestimmt, welche Quellen für Ihre Beschwerden geeignet sind und in welcher Menge Sie trinken sollten.
Trinkbecher: Verwenden Sie einen traditionellen Lázeňský pohárek (Kurbecher) — die flache Tülle sorgt dafür, dass das Mineralwasser langsam und in kleinen Schlucken getrunken wird.
Trinkmenge: In der Regel 100–200 ml pro Quelle, 2–3 Mal täglich. Trinken Sie langsam und im Gehen.
Zeitpunkt: Am besten morgens auf nüchternen Magen, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück.
Temperatur: Die Quellen sind kalt (7–11 °C). Das ist gewollt — die Kühle regt die Magenaktivität an.
Dauer: Eine vollständige Trinkkur dauert mindestens 14 Tage. Erste Wirkungen zeigen sich oft nach 5–7 Tagen.
Öffnungszeiten und Zugang
Die meisten Quellen sind ganzjährig frei zugänglich. Die Kolonnadenquellen sind in der Regel von 6:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Sommerzeit: bis 19:00 Uhr). Einige Quellen in den Wäldern sind nur während der Sommersaison (Mai–Oktober) aktiv zugänglich.
Ein Spaziergang entlang aller Hauptquellen dauert etwa 2–3 Stunden und führt durch die schönsten Teile des Kurviertels und der Parkanlagen — ein unvergessliches Erlebnis, das Gesundheit und Genuss verbindet.
Welche Quelle ist die richtige für Sie?
10 Quellen im interaktiven Überblick — filtern Sie danach, wobei das Wasser helfen soll und wo es entspringt.
Wobei soll die Quelle helfen?
Wo entspringt sie?
10 Quellen
An der Kolonnade
Kreuzbrunnen (Křížový pramen)
Säuerling mit Glaubersalz
Der berühmteste Brunnen Marienbads, mit dem die Geschichte des Kurorts begann. Sein charakteristisch bitterer Geschmack stammt vom Glaubersalz; getrunken wird er traditionell bei Verdauungs- und Stoffwechselbeschwerden. Der klassizistische Pavillon an der Kolonnade ist der zeremonielle Mittelpunkt jeder Trinkkur.
VerdauungStoffwechsel
Parks & Stadt
Ferdinandsbrunnen (Ferdinandův pramen)
Kräftiger Glaubersalz-Säuerling
Die älteste schriftlich belegte Quelle Marienbads — schon im 16. Jahrhundert versuchte man hier, Salz zu sieden. Ihre Wirkung ähnelt dem Kreuzbrunnen, der Geschmack ist noch kräftiger. Der hübsche Pavillon steht im unteren Stadtteil Úšovice und ist ein lohnendes Spazierziel.
VerdauungStoffwechsel
An der Kolonnade
Rudolfsquelle (Rudolfův pramen)
Kalzium- und magnesiumreicher Säuerling
Die klassische „Nierenquelle“ Marienbads: Ihr hoher Kalziumgehalt macht sie zur traditionellen Wahl bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege sowie unterstützend bei Osteoporose. Die Quelle entspringt in Úšovice; kosten können Sie sie bequem im Pavillon an der Kolonnade.
Nieren & HarnwegeKnochen
An der Kolonnade
Karolinenquelle (Karolinin pramen)
Magnesiumreicher Säuerling
Benannt nach Prinzessin Karoline Auguste, verdankt die Quelle ihren Ruf dem außergewöhnlich hohen Magnesiumgehalt — traditionell empfohlen bei Nierensteinen. Ihr Pavillon gehört zum Ensemble rund um die Kolonnade, wenige Schritte von der Singenden Fontäne.
Nieren & Harnwege
Parks & Stadt
Waldquelle (Lesní pramen)
Milder alkalischer Säuerling
Die mildeste der großen Trinkquellen, traditionell genutzt bei Erkrankungen der oberen Atemwege — auch zum Inhalieren und Gurgeln — sowie bei Magenbeschwerden. Ihr eleganter Pavillon am nördlichen Rand des Kurviertels ist ein beliebtes Ziel des Morgenspaziergangs.
AtemwegeVerdauung
Parks & Stadt
Ambrosiusquelle (Ambrožův pramen)
Eisenhaltiger Säuerling
Wegen seines Eisengehalts wurde er einst als „Quelle der Liebe“ gerühmt — empfohlen bei Blutarmut, außerdem traditionell bei Beschwerden der Harnwege. Die Quelle finden Sie im Kurpark unterhalb des Goetheplatzes; Goethe selbst rastete gern in ihrer Nähe.
BlutbildungNieren & Harnwege
Parks & StadtCO₂-Gas — nicht trinken
Marienquelle (Mariin pramen)
Natürliches CO₂-Gas (99,7 %)
Die Quelle, die der Stadt den Namen gab — getrunken wird sie nicht: Sie liefert das „Mariengas“, fast reines vulkanisches Kohlendioxid. In Trockenbädern und Gasinjektionen fördert es die Durchblutung und entlastet Herz und Kreislauf; die Anwendung gibt es exklusiv in den Kurhäusern.
Herz & Kreislauf
Waldquellen
Pfarrsäuerling (Farská kyselka)
Eisenhaltiger Waldsäuerling
Ein frei sprudelnder Säuerling in den Wäldern nördlich der Stadt und das klassische Ziel des Kurspaziergangs. Das eisenhaltige Wasser hinterlässt am Auslauf seinen typischen rostroten Belag — ein Becher an Ort und Stelle gehört zum Erlebnis.
Blutbildung
Waldquellen
Balbín-Quelle (Balbínův pramen)
Sanfter eisenhaltiger Säuerling
Ein stiller Waldaustritt am Rand des Balbín-Moors im Norden der Stadt, benannt nach dem Gelehrten Bohuslav Balbín. Wer die Quellen abseits der Kolonnade sucht, findet hier Wald, Vogelstimmen — und einen Säuerling, den nur wenige Kurgäste kennen.
Blutbildung
Parks & Stadt
Antoniusquelle (Antonínův pramen)
Erfrischender Säuerling
Die Quelle des unteren Stadtteils: Ihr Pavillon in Úšovice ist bei Einheimischen beliebt, die hier ihre Flaschen füllen. Ein erfrischender, gut trinkbarer Säuerling — ideale Station auf dem Spaziergang zum Ferdinandsbrunnen.
Verdauung
Die Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung — die passende Trinkkur stimmen Sie bitte mit Ihrem Kurarzt ab.
Dürfen wir Cookies für anonymisierte Besuchsstatistiken (Google Analytics) verwenden? Wenn Sie ablehnen, bleibt nur cookielose Messung aktiv. Datenschutz
Am 1. Juni 2026 feiern die Hotel Nové Lázně 130 Jahre. Zum Jubiläum bereiten wir 130 Stunden lang ein einzigartiges Angebot mit 25 % Rabatt auf Ihren Aufenthalt vor.
Vom 1. bis 6. Juni 2026 — genau 130 Stunden lang — feiern wir 130 Jahre des historischen Hotels Nové Lázně mit 25 % Rabatt auf ausgewählte Aufenthalte. Schenken Sie sich ein Stück Spa-Geschichte.
Bald startet der Summer Sale — 25 % Rabatt auf Aufenthalte in den Ensana Hotels in Marienbad. Aufenthalt bis 16. März 2027. Buchen Sie vom 9. bis 17. Juni 2026.
Aufenthaltszeitraum: 10. 6. 2026 – 16. 3. 2027
50 % nicht erstattbare Anzahlung
50 % Stornogebühr
1 kostenlose Umbuchung pro Reservierung
Verkaufsfenster: 9.–17. 6. 2026 • Aufenthalt bis 16. 3. 2027