Der bedeutendste polnische Komponist Fryderyk Chopin besuchte Marienbad in 1836. Er kam weder die hiesige Natur zu bewundern noch Mineralwasserquellen zu kosten. Der Grund seiner langen Reise aus Paris, wo er in Emigration gelebt hatte, war junge Maria Wodziňska, seine grosse Liebe.
In Marienbad pflegte er in einer kleinen Badgesellschaft Klavier zu spielen und seine Freunde mit unzähligen Geschichten über das
Leben in Paris zu amüsieren. Die schüchterne Marie schuf mehrere Bildnisse des berühmten Komponisten. Obwohl die beiden gegenseitige
Zuneigung empfanden, sie offenbarten sie nie. Chopin war in seiner Beziehung zu Frauen sehr schüchtern und Maria war sehr streng
erzogen. Chopins Liebe blieb so nicht erfüllt. Der junge Komponist wurde von Marias Familie als ein zwar angenehmer, jedoch sehr
armer junger Mann abgelehnt und Maria heiratete schliesslich einen reichen Kaufmann.
Der Aufenthalt in Marienbad hatte keine gute Auswirkung auf Chopins Gesundheitszustand. Von der langen Reise und Pariser Leben
geplagt, kam Chopin nach Marienbad in einem regnerischen und kalten Zeitraum. Nach der Rückkehr nach Paris konnte er sich von der
Ermüdung und Krankheit nicht mehr erholen. Er starb in 1849 an Tuberkulose im Alter von unvollendeten 40 Jahren. Nach seinem Tod
wurden in seiner Wohnung Briefe von Maria Wodziňska gefunden. Die Briefe befanden sich in einem Päckchen, auf dem in Chopins Handschrift
stand: Moja bieda (Meine Armut).




