Natürliches Marien-Heilgas
Die Marienquelle ist eigentlich ein mächtiger Gasaustritt (enthält 99,7 % natürlichen CO2-Gases), das sekundär im Oberflächenwasser
aufgelöst wird. Die Marienquelle wurde als Badewasser verwendet, und zwar eben noch lange vor der Gründung des Kurorts. Wegen seines typischen Geruchs nach
Schwefelwasserstoffresten war es lange als die „Stinkige Quelle“ (Smradlavý) genannt worden. Nach der Marienquelle wurde auch der ganze Kurort als Marienbad
benannt.
Das natürliche Gas wird gegenwärtig als trockenes Karbondioxidbad verwendet. Diese Anwendung erfreut sich einer immer grösserer Beliebtheit, denn neben der
Blutdrucksenkung, Verbesserung der Herztätigkeit und Durchblutung der unteren Extremitäten wird von den Patienten auch eine bedeutende Verbesserung der
sexuellen Funktionen angegeben. Dieses Heilgas wird auch in Form von Subkuntangasinjektionen bei Erkrankungen von Gelenken, Wirbelsäule und auch bei
ischämischen Herzkrankheiten verwendet.
Gasinjektionen werden subkuntan in die Umgebung von grossen Gelenken und Wirbelsäule appliziert und wirken schmerzlindernd bei Rücken- und Gelenkschmerzen, verbessern Durchblutung der ganzen Gegend und schnellere Wundheilung.
Trockenes Gasbad oder Gasumschlag, ist eine Sonderanwendung, die im tschechischen Kurwesen völlig einzigartig ist. Das Kohlendioxidbad wirkt direkt auf die Hautrezeptoren, verbessert die Durchblutung des ganzen Körpers und wirkt auch entzündungshemmend. Diese Heilanwendung ist bei der Behandlung von sexuellen Störungen bei Männern sehr beliebt, weil das Mariengas die Produktion von sexuellen Hormonen Testosteron und Östradiol anregt.
Peloide – Moor, Torf
Peloide sind anorganische oder organische breiartige Mischungen, die nach bestimmter Aufbereitung und Erwärmung als Umschläge und Wickel angewendet werden. Es handelt sich um Moor, Torf und andere Schlämme, die in der Nähe von Heilquellen vorkommen. Torf wird aufgestapelt, wo er auch einigermassen oxidiert. Danach wird er weiter aufbereitet und mit Mineralwasser vermischt und durch Wasserdampf erhitzt. Moorwickel werden in der Regel mit einer Temperatur von 40 °C für 20 – 30 Minuten appliziert.
Moorwickel werden bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, bei gynäkologischen Krankheiten und Erkrankungen der Atemwege angewendet. Eine spezielle Ergänzungstherapie stellen vaginale Moortampons, dar, die bei Behandlung von chronischen gynäkologischen Entzündungen und bei Frauensterilität angewendet werden.
In Marienbad werden auch Moor - und Bentonitumschläge verabreicht, welche auch die Durchblutung und Regenerierungsprozesse in der Haut und Unterhaut verbessern. Moorumschläge finden Anwendung insbesondere in Kosmetik und bei den Patienten mit Herz- und Kreislaufstörungen, für welche Moorwickel eine allzu grosse Belastung darstellen könnte.




